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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Sieben Spieltage ist die Saison auf Kreisebene alt, langsam kristallisiert sich heraus, wer sich in welche Richtung orientieren darf oder muss. Am vergangenen Wochenende hatte so manch ein Aufstiegsaspirant einen Dämpfer hinzunehmen, vor allem in den A-Klassen mangelte es nicht an Überraschungen. Beginnen wir in der Staffel fünf: Spitzenmannschaft Rottenegg war bei Schlusslicht SC Tegernbach zu Gast. A gmahde Wiesn – nicht. 1:1 stand es am Ende, der HSV lässt einmal mehr Federn. Vor der Saison war man als der große Aufstiegsfavorit gehandelt worden. Böse Zungen behaupteten sogar, dass die Mannschaft von Trainer Christian Müller nur in die Freisinger Gruppe gewechselt war, weil ihr die Konkurrenz in der Gruppe vier zu stark erschien. Nun steht man auf Platz fünf, auf die Spitze sind es schon sechs Zähler Rückstand. Das Fehlen von Toptorjäger Daniel Dlugosch machte sich in Tegernbach bemerkbar, er fällt seit der 3:6-Pleite gegen Spitzenreiter Paunzhausen mit einem Bänderriss aus. Immerhin: Mit Jarek Lemiesz haben die Rottenegger einen Neuzugang präsentiert. Der 22-Jährige kommt aus Polen, ist in der Offensive zuhause und hat laut Müller im Training „durch starke Leistungen überzeugt“. Vielleicht kommt er schon am Sonntag im Landkreis-Duell gegen den FSV Pfaffenhofen II zum Einsatz.

Weiter geht’s in der Gruppe vier: Wenn man sich die Punkte der beiden Mannschaften in der bisherigen Saison ansieht, sind Reichertshausen (sieben) und Unterpindhart (vier) nicht weit auseinander. In Sachen Potenzial und Anspruch schon eher, schließlich war der TSV im Vorjahr noch in der Relegation zur Kreisklasse, der FCU kehrte als B-Klassen-Vizemeister in die Liga zurück. Am Sonntag trennte man sich nun 2:2, wobei Reichertshausen das Spiel in der Schlussphase erst aus der Hand gab, um in der Nachspielzeit doch noch das Remis zu retten. Co-Trainer Max Steffen gibt unumwunden zu: „Vergangene Saison war das Spiel auf einen zentralen Stürmer zugeschnitten, der den Ball halten kann. Der fehlt uns jetzt komplett.“ Tobias Stöger ist seit Monaten mit einem Totalschaden im Knie außer Gefecht.

Ein paar Kilometer weiter nördlich war die Heimmannschaft auch nicht zu dem Ergebnis gekommen, das es sich gewünscht hatte: Hettenshausen unterlag dem TSV-Baar-Ebenhausen II mit 2:3. Der Tabellenfünfte hätte die Gunst der Stunde nutzen können, schließlich standen sich die vier Mannschaften vor dem FCH in direkten Duellen gegenüber. Der Rückstand wäre im Idealfall auf einen Zähler geschmolzen, nun ist er auf vier angewachsen. Besonders bitter: Laut Spielertrainer Dominik Singer wurden seiner Elf zwei reguläre Treffer aberkannt, am Ende musste man den Baar-Ebenhausener Lucky Punch einstecken und stand mit leeren Händen da.

Die Spitzenspiele hatten dann tatsächlich weniger Spektakel zu bieten als zu erwarten war. Der Türk SV siegte in Ilmmünster mit 2:0, Scheyerns Zweite trotzte Tabellenführer Schweitenkirchen ein 0:0 ab. Hätte Mathias Hoiß in der 85. Minute das verdiente 1:0 für den STS erzielt und die Gäste hätten somit drei Punkte entführt – es wäre letztlich wohl auch eine kleine Überraschung gewesen. So bleibt Schweitenkirchen aber ganz oben, nur die Siegesserie ist gerissen.

In Ilmmünster war mit Emotionen auf und neben dem Platz zu rechnen. Nach der Partie äußerten sich Pfaffenhofens Co-Trainer Cabir Caglar und SVI-Abteilungsleiter Johannes Sackl wie gewohnt zum Spielverlauf. Dabei hatten beide Seiten das Verhalten des Gegners oder dessen Fans kritisiert, Tekin Sahin stieg schließlich in die Diskussion mit ein, als er seine Sichtweise auf unserem Facebook-Kanal teilte. Eine der Antworten auf seine Kommentare: „Herr Sahin, der auch noch Schiedsrichter ist, sollte seine Meinung hier nicht kundtun. Ein Schiri hat sich da rauszuhalten, auch wenn er für Türk pfeift, also lieber mal den Mund halten und die Vereinsbosse reden lassen.“

In der A-Klasse 3 war alles angerichtet für die große Sensation: Aufsteiger Menning gab seine Visitenkarte bei Absteiger Lichtenau ab, der Erste hatte den Zweiten zu Gast. Am Ende mussten die Menninger aber doch die erste Saisonniederlage hinnehmen und unterlagen 0:1. Dass sie mit 14 Punkten aber trotzdem immer noch zur Spitzengruppe gehören – auch das zählt als Überraschung. Die Plätze an der Sonne rücken für Kreisklassist FC Geisenfeld dagegen in immer weitere Ferne. Nach der zweiten Heimpleite gegen den TSV Rohrbach II beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Karlshuld schon neun Punkte. Man hatte sich das Volksfest-Wochenende natürlich ganz anders vorgestellt. Aber: Man kennt diese Situation doch irgendwoher? In der vergangenen Saison hatte Geisenfeld nach sieben Spielen auch erst elf Zähler (aktuell zehn) auf dem Konto, an Weihnachten führte man die Liga dann an. Letztlich war es eine schwache Phase im Frühjahr, die den Aufstieg gekostet hat. Für alle Favoriten, die momentan stolpern, gilt also: Meister werden im neuen Jahr gemacht.

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