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Bezirksliga Nord: Der 27-Jährige kommt vom Regionalligisten Pipinsried und absolvierte gestern seine erste Trainingseinheit.

Von Alexander Kaindl

2019 ist noch jung, der Transfer-Hammer des Jahres dürfte aber schon jetzt feststehen: Marco Krammel kehrt nach fast 14 erfolgreichen Jahren jenseits der Landkreis-Grenzen zurück zu seinem Heimatverein FSV Pfaffenhofen. Zuletzt kickte der Defensivspieler für den Regionalligisten FC Pipinsried, ab sofort läuft er für den Bezirksligisten als spielender Co-Trainer auf. Und Krammel ist nicht die einzige Personalie, die den Kreisstädtern Hoffnung auf eine rosige Zukunft macht.

Die Katze ist also aus dem Sack: Marco Krammel schnürt seine Fußballstiefel nun wieder für den FSV Pfaffenhofen. Es war ein Wechsel, den der Aufsteiger herbeigesehnt hat – und beinahe wäre er noch im alten Jahr über die Bühne gegangen: Krammel hatte sechs Monate nicht mehr für den FC Pipinsried gespielt, wäre also ab Anfang November einsatzfähig gewesen. „Wir haben uns dann entschieden, dass wir noch warten“, erklärt der FSV-Vorsitzende Ramazan Yaylakci. „Marco wollte dann spielen, wenn er fit ist. Wir hatten zu dieser Zeit unsere Strähne und es lief gut. Im Notfall wäre Marco aber natürlich bereit gewesen.“

So hat sich Krammels Comeback beim FSV in den Januar verschoben – genauer gesagt: auf morgen. Dann erwartet der Bezirksligist den Regionalliga-Zweiten VfB Eichstätt zum Testspiel-Kracher (ausführlicher Bericht hier). Darf der Neue dann schon ran? „Ich denke, dass da der erste Einsatz kommt“, sagt Spielertrainer Stefan Wagner. „Er ist ein super Spieler und wird uns weiterhelfen. Egal, ob auf der Sechs oder in der Innenverteidigung.“

Krammel hatte sich im Sommer 2005 von seinem Heimatverein verabschiedet. Zuvor war er viele Jahre in einer der stärksten Pfaffenhofener Jugend-Mannschaften der jüngeren Vergangenheit aktiv. Trainer damals: Sein Vater Ludwig Krammel, der es Jahr für Jahr schaffte, eine Art Auswahl-Mannschaft des südlichen Landkreises beim FSV zu vereinen. Für seinen Spross ging es dann zum großen FC Bayern München. Krammel spielte dort drei Jahre, ehe es ihn zum FC Ingolstadt zog. Als Spieler des jüngeren A-Jugend-Jahrgangs schaffte er dort direkt den Sprung zu den Amateuren in die Bayernliga, wo er sich nach und nach etablierte.

Es folgten drei Jahre beim BC Aichach in der Landes- und Bayernliga, ein einjähriges Intermezzo beim TSV Rain (ebenfalls Bayernliga) und schließlich der Wechsel zum FC Pipinsried. Beim Aufstieg in die Regionalliga war Krammel eine der großen Stützen, danach wurden die Einsätze seltener. Der Defensivmann konzentrierte sich zum Schluss auf seine Aufgabe als Co-Trainer an der Seitenlinie. Doch warum blieben die Einsätze aus? „Es war zeitlich einfach nicht mehr möglich“, erklärte Krammel gestern Abend bei seiner Vorstellung gegenüber unserer Zeitung. Der gebürtige Pfaffenhofener leitet die Luna Bar in der City, während der Woche arbeitet er noch als Personal Trainer. Der Weg nach Pipinsried ist nicht der kürzeste, ganz zu schweigen von den Auswärtsspielen am Wochenende.

„Also habe ich mich entschieden, zurückzukehren. Hier spielen meine Freunde und es ist direkt vor meiner Haustür. Ich hatte viele Angebote und habe mir auch vieles angehört. Aber letztlich war für mich klar, dass ich irgendwann wieder zu meinem Heimatverein wechseln werde. Ich freue mich auf die Zeit und die Zusammenarbeit mit Steppe“, betont Krammel. Diese soll möglichst langfristig gestaltet sein. Wie berichtet, hat Wagner vor kurzem seinen Vertrag als Coach verlängert. Das Gerüst steht also – auch, weil Leistungsträger wie sein Bruder Fabian und Stürmer Ruben Popa vor kurzem verlängert haben. „Das war uns sehr wichtig“, sagt Yaylakci. „Wir haben einen homogenen Haufen, mit Marco sind wir jetzt noch unberechenbarer. Die Kunst ist, dass alle spielen. Unser Trainerduo wird versuchen, das bestmöglich zu gestalten.“

Bislang übte Jochen Geitl das Amt des spielenden Co-Trainers in der Ersten des FSV aus. Vor mehreren Wochen vermeldeten die Pfaffenhofener dann, dass der Defensiv-Allrounder in der kommenden Saison die Zweite als Spielertrainer übernimmt. „Darauf liegt auch jetzt schon ein wenig sein Fokus“, berichtet der Sportliche Leiter Mustafa Köroglu. Geitl will laut Vereinsführung erste Eindrücke von der A-Klassen-Mannschaft gewinnen und Trainer Michael Wolf unterstützen. Dessen Zukunft ist dagegen noch unklar, wie Köroglu ergänzt: „Es ist noch alles offen.“ Die Zweite startet in zwei Wochen in die Vorbereitung, das Bezirksliga-Team hatte dagegen gestern Auftakt – mit Krammel auf dem Platz. Sechs Wochen Training würde er jetzt auch brauchen. „Ich bin gesund, aber nicht topfit“, betont er. 


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