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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Am Wochenende brennt der Rasen nochmal, danach sind im Fußball-Landkreis noch zwei Nachholspiele angesetzt, ehe wirklich alle Kicker in der Winterpause sind: Bezirksligist Manching ist zu Gast in Eching, Kreisligist Gerolsbach muss nach Pöttmes. Man kann sich dann also voll und ganz auf die Hallen-Saison konzentrieren, die, und das nur nebenbei bemerkt, allerdings für immer weniger Vereine im Fokus steht.

Kurios ist das mit der Winterpause schon. Monatelang wird dann nicht gespielt, im Sommer hat man dafür nur kurz Zeit zum Verschnaufen. Zuletzt hatte der Türk SV Pfaffenhofen in der A-Klasse 4 quasi eine solche Sommerpause. Vier Wochen war man aus dem Spielbetrieb. Die Begegnung gegen Unterpindhart fiel den Platzverhältnissen zum Opfer, sie wird am Sonntag nun nachgeholt. Die Partie gegen Scheyern II wurde aufgrund einer Hochzeit verschoben, die viele Spieler des Absteigers besuchen wollten. Am vergangenen Wochenende wurde nun das Match gegen den TSV Jetzendorf II einen Tag vorher verlegt. Der Grund: Dem Türk SV fehlten die Spieler.

In einem solchen Fall möchte man meinen, dass eigentlich das Spiel der zweiten Mannschaft abgesagt werden sollte. Wollte der Türk SV auch, nur der Gegner stellte sich quer: In der C-Klasse stand nämlich das Topspiel gegen den TSV Rudelzhausen an. Der Tabellenführer weigerte sich, das Gipfeltreffen zu verlegen. So ist man die längste Zeit Spitzenreiter gewesen, die Türken gewannen mit 6:1 – mit bekannten Gesichtern aus der A-Klasse im Kader. Hamit Zorlu, Aleksandar Kaurin, Nicola Velchev & Co. konnten aber nur spielen, weil der TSV Jetzendorf II einlenkte und das Spiel gegen die Pfaffenhofener Erste kurzerhand verlegte.

Der Vorletzte hätte sich natürlich auch einfach die Punkte nehmen können – in der derzeitigen Situation wäre jeder Zähler goldwert. Tat er aber nicht. Andererseits wird man sich wohl auch beim TSV Rudelzhausen an den Kopf fassen. Den Freisingern hätte schon klar sein dürfen, dass der Türk SV mit einer Bomben-Mannschaft anreist, wenn die Partie nicht verlegt werden würde. Von böser Absicht der Pfaffenhofener kann da gar keine Rede sein, schließlich hatte man an diesem Wochenende schlichtweg nur diese 14 Spieler zur Verfügung. Vorsitzender Onur Türkeri ließ unserer Redaktion die Gründe für das Fehlen einiger Akteure zukommen – neben Verletzungen waren es vor allem ernsthafte private Verpflichtungen, bei denen der Fußball auch in jedem anderen Verein den kürzeren Strohhalm zieht.

Dazu kommt natürlich noch, dass der ein oder andere Spieler nun wieder in Serbien ist. Wie hatte Trainer Feridun Mikiroglu im Sommer noch gesagt? „Ich habe gute Kontakte.“ Nun, bei allen guten Gründen am vergangenen Wochenende: Verdächtig sieht die ganze Spiel-Verschieberei schon aus, Türk SV. Wird da vielleicht gewartet, bis man im Frühjahr ein paar neue Superstars vom Balkan holen darf? Es bleibt spannend.

Noch ein Abstecher in die A-Klasse 3: Auch hier war Ende Oktober ein Spiel verlegt worden, nämlich das zwischen dem FC Geisenfeld II und dem TV Münchsmünster. Am kommenden Sonntag soll es nun nachgeholt werden, Geisenfelds Trainer Tobias Anders sagte unserer Redaktion aber noch in der vergangenen Woche. „Eigentlich sind wir uns einig, dass wir das Spiel erst im neuen Jahr austragen. Das ist wohl nur noch Formsache.“ Auf Geisenfelder Seite ist der Grund klar: Anders hat bisher gerade einmal sieben Kicker für den kommenden Sonntag zur Verfügung. Auch die Erste ist im Einsatz, ebenso die Dritte. „Das Spiel der Dritten wollten wir auch verlegen, wir waren uns mit der Zweiten von Niederlauterbach schon einig. Das hat uns der Verband aber einfach nicht durchgehen lassen“, ärgerte sich Anders gestern.

Dass er mit seiner Elf nun doch noch gegen Münchsmünster spielen muss, geht ihm – ehrlich gesagt – ziemlich auf die Nerven. Schließlich hatte man sich eigentlich schon auf das Frühjahr verständigt. „Der Gegner besteht jetzt darauf, dass wir doch spielen. Ich weiß nicht, ob wir elf Leute haben und ich muss meinen Urlaub verschieben. Aber für Münchsmünster scheint es ja noch um alles zu gehen, offenbar spielen wir Champions League“, meint Anders. Naja, fast. Geisenfeld ist Elfter, Münchsmünster ist Zehnter. Für beide wird es weder nach unten noch nach oben in dieser Saison noch spannend. Beim TVM steht man weiterhin zu seiner Ankündigung, sich bis zur Winterpause nicht gegenüber der Presse zu äußern.

Einen haben wir noch: Nämlich die A-Klasse 5. Die Situation ist vergleichbar zu der in der Gruppe drei: Offenbar hatten sich der ST Scheyern III und der HSV Rottenegg darauf geeinigt, das Nachholspiel erst im neuen Jahr zu bestreiten. Jetzt besteht der Gegner laut HSV-Trainer Christian Müller aber doch auf den kommenden Sonntag. „Da fehlen mir die Worte. Fairness schaut anders aus, wir hätten damals schließlich auch das Heimrecht verlegen können, was wir ihnen zuliebe nicht getan haben. Schwach. So muss ich meinen geplanten Urlaub verschieben. Da sowohl Scheyerns Erste als auch die Zweite nicht mehr spielen, bleibt abzuwarten, welche Mannschaft gegen uns auflaufen wird.“

Mittlerweile hat auch STS-Coach Florian Huber Stellung zu diesem Thema bezogen. Er erklärt: „Der Nachholtermin wurde nach der Absage vom BFV festgelegt. Dass dies ein offizieller Nachholtermin ist, wurde auf den Tagungen schon vor der Saison kommuniziert. Knappe zwei Wochen nach dem 28. Oktober, an dem wir eigentlich gespielt hätten, bat Rottenegg um eine Verlegung. Wir haben nächstes Jahr mit Scheyern Eins, Zwei und Drei, Damen und A-, B- und C-Jugend sieben Teams auf unserem Platz. Das Wetter gibt es jetzt noch her und ist erfahrungsgemäß Mitte März schlechter. Noch dazu ist unsere Dritte die 'Studententruppe'. Das heißt: Unter der Woche sind viele halt nicht da. Wir hätten uns ganz klar selber geschwächt. Und von Scheyern Vier kann ich mich nicht bedienen und auffüllen bei Personalmangel. Es ist richtig, dass am Telefon die Aussage gefallen ist, dass wir mit Sicherheit einen Termin finden werden. Jedoch haben wir um 8.30 Uhr das Spiel abgesagt und um 9 Uhr war ein neuer Termin online sichtbar.“

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